Geburt

Illustration zu den Geburtsphasen

Welche Geburtsphasen gibt es

Die Geburt wird oft in drei oder vier Phasen geteilt. Ich habe mich zur Übersicht an vier Phasen orientiert.

Bitte beachte, dass der dargestellte Ablauf dazu dient, einen allgemeinen Eindruck über die Geburtsphasen zu geben. Eine Geburt läuft IMMER individuell und niemals oder nur sehr sehr selten nach Lehrbuch ab.

1. Eröffnungsphase

Wenn du regelmäßig, also etwa alle 3-6 Minuten, Wehen hast, spricht man von Eröffnungsperiode. Die Wehen sollen den Muttermund öffnen. Wie schmerzhaft sich das gestaltet, liegt an deinem subjektiven Schmerzempfinden, aber auch daran, ob deine Wehen natürlich entstanden sind oder eingeleitet wurden. Letzteres wird meist als deutlich schmerzhafter empfunden. Ziel der Eröffnungsphase ist es, dass die Wehen den Muttermund bis 10 cm öffnen. Die Phase dauert etwa 10-12 Stunden beim ersten Kind.

2. Austreibungsphase

Wenn dein Muttermund vollständig geöffnet ist, beginnt die Austreibungsphase. Meist kommt es hier zum Blasensprung - die Fruchtblase platzt und das Kind rutscht in den Geburtskanal. Das Kind muss es nun schaffen, sein Köpfchen ins Becken einzudrehen, damit es durchpasst.

3. Pressphase

Hat das Kind das geschafft, beginnt die Pressphase. Du hast nun endlich Wehen, die erlebbar etwas bewegen. So beschreiben es zumindest viele Frauen. Mit den Presswehen kannst du endlich aktiv werden und dein Kind aus dir herausdrücken. Das geschieht ganz reflexartig und dauert meist etwa 30-40 Minuten. Danach ist das Kind auf der Welt.

4. Nachgeburtsphase

Direkt nach der Geburt beginnt die Nachgeburtsphase. Die Nachgeburt meint die Ablösung der Plazenta. Diese muss sich etwa 15-30 Minuten nach der Geburt vollständig lösen. Das wird von der Hebamme und dem*der Arzt*Ärztin genau untersucht, denn wenn sich die Plazenta nicht komplett ablöst, kann das zu starken Blutungen, Infektionen oder Wucherungen in der Gebärmutter führen. Ist die Nachgeburtsphase abgeschlossen, bist du eine Wöchnerin.

Quelle: Frauenärzte im Netz

Geburt

Illustration zum Thema Sternenguckerbaby

Das Sternenguckerbaby: Begriffserklärung und Bedeutung für die Geburt

Der Begriff beschreibt die Lage des Babys während der Geburt. Im Idealfall ist der Kopf des Babys kurz vor der Geburt bereits tief ins Becken der Mutter gerutscht. Davon ausgehend, dass diese auf dem Rücken liegt, sollte also das Baby mit dem Gesicht Richtung Boden gerichtet sein. Dies bezeichnet man als vordere Hinterhauptslage. Schaut das Gesicht in liegender Position der Mutter nach oben, also Richtung Bauchdecke „in den Himmel”, spricht man von hinterer Hinterhauptslage - oder eben Sternengucker.

Was bedeutet die Sternengucker-Position für den Geburtsvorgang

Die Geburt eines Babys mit hinterer Hinterhauptslage ist nicht selten mit Komplikationen verbunden. Denn das Baby kann seinen Kopf in dieser Position nicht ins Becken eindrehen drehen. Hierbei kommt es nicht selten zu

Bitte sei aber nun nicht besorgt! Die genannten Komplikationen basieren auf statistischer Häufigkeit. Auch die Geburten von Sternenguckerbabys können weitestgehend komplikationslos ablaufen.

UND: Zu wissen, was es bedeuten kann, ein Sternenguckerbaby zur Welt zu bringen, ist in jedem Fall eine wertvolle Vorbereitung auf die Geburt.

Was ist so besonders an Sternenguckerbabys

Sternenguckern wird nachgesagt, dass sie besonderes Glück in ihrem Leben haben sollen sowie eine enge Verbindung zu den Sternen. Sie sollen naturverbundene und freundliche Menschen sein.

Quelle: Focus, MSD Manuals

Geburt

Illustration zum Thema Geburtsplan

Was ist ein Geburtsplan

Ein Geburtsplan ist an sich nichts anderes als eine Liste mit deinen Wünschen, wie die Geburt ablaufen sollte. Klar kannst du nicht beeinflussen, was am Ende bei der Geburt geschieht. Aber du kannst Rahmenbedingungen, No Gos, Notwendigkeiten darin festlegen. So weiß das Krankenhaus oder Geburtshaus im Vorfeld, worauf du Wert legst. Außerdem bereitet es dich selbst noch einmal mehr auf die Geburt vor.

Musst du einen Geburtsplan festlegen

Nein, es steht dir natürlich frei, ob du eine derartige Liste erstellen möchtest oder ob du lieber darauf verzichtest. Das ist auch ein Stück weit Typsache: Manch eine mag sich gern organisieren, wieder andere lassen die Geburt gerne einfach auf sich zukommen.

Wie sollte so ein Geburtsplan aussehen

Am besten, du erstellst dir den Plan so, dass er alle Infos zu deiner Person und deinen Wünschen beinhaltet. Das kann so aussehen, du bist hier aber völlig frei, die Liste so zu gestalten, wie es dir gefällt:

Auf den Geburtsplan kann wirklich alles an Wünschen drauf, was dir wichtig ist. Du solltest den Plan dann vorab mit dem Krankenhaus oder Geburtshaus abklären, damit deine Wünsche auch wirklich umsetzbar sind, wenn es soweit ist.

Geburt

Illustration zum Thema Kliniktasche

Was gehört in die Kliniktasche?

Die Tasche, die du zur Geburt mit ins Krankenhaus nimmst, sollte etwa 4-6 Wochen vor dem errechneten Termin gepackt sein. Darin enthalten: das Nötigste für dich und für dein Baby.

Mein Tipp: Du wirst weniger brauchen, als du denkst.

Was solltest du dir in die Kliniktasche packen?

Ganz wichtig: Deine Klamotten sollten bequem sein. Durch Wochenfluss und Stillen empfiehlt sich, dunklere Stoffe zu wählen. Außerdem kann ich aus Erfahrung sagen: Eine warme Kapuzen- oder Strickjacke reicht. Greif ansonsten auf leichtere Klamotten zurück. Durch das Stillen - wenn gestillt wird - kommt man anfangs leicht ins Schwitzen und zudem sind Klinikzimmer gut beheizt.

Hier meine Liste für dich:

Dokumente

Klamotten

Sonstiges

Was du im Krankenhaus bekommst

Was solltest du für dein Baby einpacken?

Auch wenn du es kaum erwarten kannst, deinem Baby die Teile anzuziehen, die du besorgt hast: Lass sie daheim. Im Krankenhaus wird dein Baby für Untersuchungen abgeholt. Dabei wird es auch umgezogen und Klamotten können im stressigen Klinikalltag abhanden kommen.

Was du vor Ort bekommst

Was du einpacken solltest, ist ein Outfit für den Heimweg.

Geburt

Illustration zum Thema Periduralanästhesie

Was ist eine Periduralanästhesie (PDA)?

Viele denken bereits während der Schwangerschaft darüber nach, wie sie mit den Geburtsschmerzen umgehen können. Die einen möchten Medikamente vermeiden, die anderen empfinden es als beruhigend, dass ihnen Mittel zur Linderung der Schmerzen zur Verfügung stehen.

So etwa die Periduralanästhesie, kurz PDA.

Was ist eine Periduralanästhesie (PDA)?

Eine PDA ist eine Narkosetechnik, bei der die Weiterleitung der Schmerzsignale vom Rückenmark zum Gehirn gezielt unterbunden wird.

Wie funktioniert eine PDA?

Es wird wird eine kleine Menge Betäubungsmittel in den Periduralraum gespritzt. Der Periduralraum ist mit Flüssigkeit gefüllt und umgibt das Rückenmark. An bestimmten Stellen münden Nerven in das Rückenmark, die Schmerzsignale aus dem Körper ins Gehirn leiten. Das Medikament betäubt die Spinalnerven und blockiert so die Schmerzweiterleitung.

Wichtig für die Wirkung der Periduralanästhesie ist die Höhe, auf der die Rückenmarksnerven blockiert werden. Je nach Einstichstelle ist entweder nur in den Beinen oder auch in Becken, Unterleib, Bauch oder Brustkorb das Schmerzempfinden ausgeschaltet.

Was sind die Vor- und Nachteile einer PDA?

Die Wehen-Schmerzen werden durch die PDA ausgeschaltet. Gebärende können dann durchatmen und sich etwas ausruhen. Es muss jedoch klar sein, dass nicht nur die Schmerzen ausgeschaltet werden, sondern auch jegliches sonstiges Gespür weg ist. Viele Gebärende können zudem ihre Beine vollständig nicht mehr bewegen. Dies ist für den Geburtsvorgang natürlich nicht gerade förderlich. Man kann nur noch liegen und das versetzt Gebärende oftmals in ein Gefühl von Machtlosigkeit.

Folgende Nebenwirkungen der PDA können außerdem auftreten:

Wann darf keine PDA eingesetzt werden?

Die Periduralanästhesie darf nicht bei Frauen eingesetzt werden, die zum Beispiel eine Allergie gegen Betäubungsmittel oder eine Blutgerinnungsstörung haben.

Geburt

Illustration zum Thema errechneter Geburtstermin

Sollte ich meinem Umfeld den errechneten Geburtstermin verraten?

Diese Frage klingt erstmal seltsam. Wieso solltest du deinem Umfeld - deiner Familie, deinen Freund*innen - den Geburtstermin nicht verraten? Schließlich kannst du es selbst kaum erwarten und bist in freudiger Erwartung.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, das genaue Datum für dich und deine*n Partner*in zu behalten.

Wichtig für das Arbeitsumfeld

Es geht hier nur um das private Umfeld. Im Arbeitsumfeld muss der Termin natürlich kommuniziert werden, denn anhand dessen wird vorläufig die Elternzeit sowie der Mutterschutz berechnet.

Was du stattdessen sagen kannst

Du könntest deinem privaten Umfeld auch ein Datum als Geburtstermin nennen, das ein bis zwei Wochen nach dem errechneten Termin liegt. Vielleicht nennst du sogar nur einen ungefähren Zeitraum, wenn man dich nach dem Termin fragt.

Warum das entlasten kann

Zunächst einmal ist dein Baby keine Stoppuhr. Es kann früher, aber auch später als zum errechneten Termin kommen. Deine Schwangerschaft kann zudem zum Ende hin ganz schön aufreibend sein. Die körperliche Belastung nimmt zu, die Aufregung vor der Geburt und deine Nervosität ebenso. Das ist völlig normal.

Was jedoch auch normal ist: Je näher du dem errechneten Geburtstermin kommst, desto eher wird dein Umfeld dich fragen, ob du schon etwas merkst, ob das Baby schon da ist oder ob es bald kommt. Diese Fragen sind oft lieb gemeint und zeigen Interesse an dir und deinem Baby. Doch sie können am Ende der Schwangerschaft gleichzeitig unheimlich stressen.

Und das ist das, was werdende Mamas kurz vor der Geburt am wenigsten gebrauchen können. Sie sollten sich ganz auf sich und das Baby konzentrieren. Auf den großen Tag, der bevorsteht.

Am Ende entscheidest du

Überleg dir also, wie du damit umgehst. Das darfst allein du entscheiden. Denn es ist deine Schwangerschaft und du bringst das Baby zur Welt.

Denn, liebes Umfeld, es ist so: Wenn das Baby da ist, erfahrt ihr es ganz bestimmt.

Geburt

Illustration zum Thema Spinalanästhesie

Was ist eine Spinalanästhesie (SPA)?

Als Spinalanästhesie, kurz SPA, bezeichnet man eine Methode zur Betäubung von Rückenmarksnerven. Bei der SPA wird ein Lokalanästhetikum in den Spinalkanal injiziert.

Das Lokalanästhetikum unterbricht die Nervenleitung.

Was unterscheidet die Spinalanästhesie von der Periduralanästhesie?

  1. Bei der Periduralanästhesie (PDA) wird ein Betäubungsmittel entweder im Bereich der Brust- oder Lendenwirbel in den Periduralraum gespritzt. Dieser umgibt das Rückenmark. Dadurch werden die Nerven betäubt, wodurch je nach Lokalisation der Spritze ab Brust oder Hüfte die Betäubung eintritt. Die Wirkung der PDA setzt nach 10 bis 20 Minuten ein.
  2. Bei der SPA wird noch näher an das Rückenmark gespritzt, nämlich in den Hirnwasserraum der Wirbelsäule. Dadurch wird die gesamte untere Körperhälfte betäubt, und zwar noch schneller als bei der PDA. Zudem ist die benötigte Menge an Betäubungsmittel bei der SPA geringer.

Wann wird die SPA eingesetzt?

Die SPA ist zusammen mit der PDA die häufigste Narkoseart für einen Kaiserschnitt.

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Illustration zum Thema Geburtspositionen

Geburtspositionen

Geburtspositionen gibt es viele. Früher mussten Schwangere auf dem Rücken liegend gebären, auch wenn sie sich in einer anderen Position wohler gefühlt hätten.

Heutzutage weiß man, dass diese Position für die meisten Gebärenden nicht die optimalste darstellt.

Welche Geburtspositionen gibt es?

Neben der Rückenlage gibt es zahlreiche weitere Positionen, in den eine Schwangere das Kind zur Welt bringen kann. Hier sind einige davon:

Außerdem wichtig

Du kannst die Geburt vorantreiben, indem du dich selbst bewegst. Gehe also durch den Raum, solange es dir hinsichtlich Schmerzen und Kraftreserven möglich ist. Die Bewegung deines Beckens ist zudem gut, damit sich dein Baby immer weiter nach unten drehen kann.

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Illustration zum Thema Misgav-Ladach-Sectio

Misgav-Ladach-Sectio

Der Begriff Misgav-Ladach-Sectio meint eine besonders schonende Operationsmethode für einen Kaiserschnitt.

Achtung: Wer es nicht gut aushält, etwas über Operationen zu lesen, der muss jetzt entweder sehr tapfer sein oder sollte aufhören zu lesen - was ich nicht empfehlen kann, denn der Kaiserschnitt gehört zur Geburt einfach dazu: Jede dritte Frau in Deutschland bringt ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt.

Woher kommt die Misgav-Ladach-Sectio?

Die OP-Methode wurde 1994 am Misgav-Ladach-Krankenhaus in Jerusalem, Israel entwickelt.

Was zeichnet die Misgav-Ladach-Sectio aus?

Es handelt sich um eine abgewandelte, vereinfachte Technik des Kaiserschnitts. Es erfolgt ein Schnitt der Haut auf der Höhe kurz über dem Schambein. Im weiteren Verlauf wird das Gewebe dann nur gedehnt und gerissen. Blutgefäße, Muskeln und sogar die Gebärmutter werden lediglich mit den Fingern aufgedehnt. Es kommt dabei kein Skalpell zum Einsatz.

Was erstmal fies klingt, ist eine schonende Variante: Durch das Reißen geht das Gewebe dort auseinander, wo es am dünnsten ist, so dass es da auch am besten wieder zusammenwachsen kann. Nachdem das Kind auf der Welt ist, werden beim Verschließen lediglich Faszie und Haut genäht, der Rest, also Bauchfell und Muskulatur, werden nicht verschlossen und wachsen von selbst zu.

Was sind die Vorteile der Misgav-Ladach-Sectio?

Die Operationsmethode dauert deutlich kürzer und die Heilung verläuft danach wesentlich schneller. Die Misgav-Ladach-Sectio wird daher bei einem Kaiserschnitt empfohlen.